München 12.08.2025. Die Vereinigung MenschenDeCuba e.V. möchte ihre tiefe Solidarität mit dem kubanischen politischen Gefangenen Juan Enrique Pérez zum Ausdruck bringen. Pérez gehört zu den zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die nach den landesweiten Protesten vom 11. Juli 2021 (11J) in Kuba verhaftet und zu langen Haftstrafen verurteilt wurden. Sein Fall steht stellvertretend für viele Menschen, die wegen der Ausübung grundlegender Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit inhaftiert sind.
Aktuellen Berichten zufolge wurde Juan Enrique Pérez Anfang August in das Nationale Gefangenenkrankenhaus im Hochsicherheitsgefängnis Combinado del Este in Havanna verlegt. Dort erhielt er die Diagnose Tuberkulose, nachdem sich sein Gesundheitszustand über Wochen dramatisch verschlechtert hatte. Nach Angaben von Menschenrechtsbeobachtern litt er seit mehr als einem Monat unter hohem Fieber, Ohnmachtsanfällen, beginnender Gesichtslähmung und starkem Gewichtsverlust.
Die Situation politischer Gefangener in Kuba
Der Gefangene konnte telefonisch bestätigen, dass es ihm sehr schlecht geht. Seine Situation ist besonders besorgniserregend, da Berichte über kubanische Gefängnisse immer wieder auf mangelhafte hygienische Bedingungen und unzureichende medizinische Versorgung hinweisen. Gerade bei ansteckenden Krankheiten wie Tuberkulose können solche Umstände lebensgefährlich sein.
Juan Enrique Pérez wurde zu acht Jahren Haft verurteilt, weil er an den Protesten im Juli 2021 im Ort San Antonio de las Vegas teilgenommen hatte. Ihm wurden unter anderem „Missachtung“, „öffentliche Unruhe“ und „Sabotage“ vorgeworfen – Anklagen, die von internationalen Menschenrechtsorganisationen häufig kritisiert werden, weil sie gegen friedliche Demonstrierende angewandt werden.
In den vergangenen Monaten gab es zudem mehrere Berichte über Tuberkuloseausbrüche in kubanischen Gefängnissen. Mindestens zwei Häftlinge sollen allein im Jahr 2025 an dieser Krankheit gestorben sein. Diese Fälle verdeutlichen die prekäre Lage vieler Gefangener und die dringende Notwendigkeit einer angemessenen medizinischen Versorgung.
Humanitäre Hilfe und internationale Aufmerksamkeit
Vor diesem Hintergrund hat MenschenDeCuba e.V. beschlossen, Juan Enrique Pérez direkte humanitäre Hilfe zukommen zu lassen. Über vertrauenswürdige Kontakte konnte dem Gefangenen Unterstützung übermittelt werden, um seine schwierige Situation zumindest teilweise zu erleichtern. Solche Hilfen können beispielsweise Medikamente, grundlegende Versorgungsmittel oder andere notwendige Unterstützung umfassen, die Gefangene in Kuba häufig nicht ausreichend erhalten.
Für unsere Vereinigung ist diese Hilfe nicht nur eine praktische Unterstützung, sondern auch ein klares Zeichen der Solidarität für die Menschen in Kuba, die unter der kommunistischen Diktatur leiden. Wir möchten damit zeigen, dass die Situation politischer Gefangener in Kuba nicht vergessen wird und dass Menschen außerhalb der Insel ihre Stimmen erheben.
Gleichzeitig appellieren wir an die kubanischen Behörden, Juan Enrique Pérez unverzüglich die bedingungslose Freiheit zu gewähren und die grundlegenden Rechte aller Gefangenen in Kuba zu respektieren. Gesundheit und Menschenwürde dürfen auch im Gefängnis nicht außer Acht gelassen werden.
MenschenDeCuba e.V. wird die Entwicklung seines Gesundheitszustands weiterhin aufmerksam verfolgen und sich auch künftig für politische Gefangene sowie für die Achtung der Menschenrechte in Kuba einsetzen. Solidarität bedeutet, nicht wegzusehen.

